Ich bin eigentlich kein Mensch, der seinen Heimserver anfasst, wenn er läuft. Mein Raspberry Pi 4 lief seit Jahren stabil, hat Home Assistant, MQTT, InfluxDB und noch ein paar Dienste mehr geschultert – und ich war damit ehrlich gesagt zufrieden. Nicht begeistert, aber zufrieden.
Dann kam eine Mail von IceWhale.
Ein Board, das ich nicht bestellt hatte
Die Anfrage kam Ende März, und anders als viele Kooperationsanfragen, die mit falschen Kanalnamen beginnen oder Rasierer für einen Smarthome-Kanal anbieten, war diese gezielt: Ihr habt einen lokalen Stack mit Home Assistant und MQTT – wollt ihr das auf einem ZimaBoard 2 ausprobieren?
Ich war skeptisch. Nicht wegen des Boards – sondern wegen mir. Wer seinen Pi-Stack seit Jahren nicht grundsätzlich angefasst hat, schafft sich nicht einfach so eine neue Plattform an. Das ist Arbeit. Das ist Risiko. Und im schlechtesten Fall hängt das Smarthome tagelang in der Luft.
Aber dann habe ich mir die Specs angeschaut. Und dann die Benchmarks gemacht. Und dann war die Entscheidung eigentlich schon gefallen.
Das alte Setup – was da eigentlich lief
Jahrelang war das hier meine Heimserver-Grundlage: ein Raspberry Pi 4 mit 8 GB RAM, Debian drauf, und darüber ein ganzer Zoo an Docker-Containern. Home Assistant, Mosquitto, InfluxDB, Grafana, Paperless-ngx, Zigbee2MQTT, Pihole, DiyHue – alles auf einem einzigen Board. Als Speicher hing eine SATA-SSD per USB-Adapter dran, weil mir SD-Karten für ein 24/7-System schon lange zu heikel waren.
Das Ganze steckte in einem selbst gedruckten Gehäuse mit einem 12-cm-Lüfter obendrauf. Auf das Gehäuse war ich damals wirklich stolz. Hat seinen Job gemacht. Leise war er auch.

So sah mein Stack aus – links das alte Pi-Setup, rechts was jetzt läuft. Den Unterschied erklärt das Video besser als jede Beschreibung, aber die wichtigste Änderung auf einen Blick: Statt allem flach in Docker zu werfen läuft auf dem ZimaBoard jetzt Proxmox, darunter eine Debian-VM für den Docker-Stack und zwei schlanke LXC-Container für Pihole und DiyHue. Sauberer, flexibler, und die Dienste stören sich nicht gegenseitig.
Warum der Pi eigentlich nicht ideal war
Hier kommt das, was mich am meisten überrascht hat – nicht die neuen Features des ZimaBoard, sondern was ich an meinem alten Setup nicht mehr wusste.
Der größte Schwachpunkt war der Speicherzugriff. Eine SSD über USB anzubinden klingt harmlos, kostet aber: jeder Schreibvorgang geht durch den USB-Controller, die CPU kümmert sich mit, und die maximale Latenz unter Last lag bei 196 ms. Das sind die kleinen Ruckler, die man in Home Assistant manchmal spürt – beim Laden der Oberfläche, beim Speichern einer Automation, beim Schreiben in InfluxDB. Man gewöhnt sich dran. Man hält es für normal.
Ist es nicht.

Das ZimaBoard hat nativen SATA-Anschluss – kein USB-Umweg, kein Controller-Overhead. Die maximale Latenz im gleichen Test: 46 ms. Doppelter Durchsatz, 76 % weniger Latenz, und der Intel N100 langweilt sich dabei.
Der Stromverbrauch steigt leicht: statt 8 Watt sind es jetzt 12 Watt. Vier Watt mehr, rund 10 Euro im Jahr. Ich finde das fair.
Was im Video steckt
Den kompletten Umzug – inklusive der Stolpersteine, die ich dabei entdeckt habe – gibt es im Video. Ich zeige dort:
- Wie die Migration eines laufenden Docker-Stacks auf eine neue Plattform in der Praxis aussieht
- Warum Proxmox als Hypervisor für einen Heimserver mehr Sinn ergibt als ein reines Debian
- Wie man einen Zigbee-USB-Stick in eine Proxmox-VM durchreicht
- Was ich beim nächsten Mal anders machen würde – und es gibt tatsächlich etwas
Und am Ende stelle ich euch eine Frage, bei der ich wirklich auf eure Meinung angewiesen bin. Was der Kontext ist, erklärt sich im Video von selbst.
Das Board selbst ausprobieren
Falls ihr das ZimaBoard 2 selbst testen wollt: IceWhale hat mir für meinen Kanal einen Rabattcode eingerichtet. Mit smarthomeabersicher15 spart ihr 15 Dollar im Shop. Ich bekomme eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr.
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Dieses Video entstand in Zusammenarbeit mit IceWhale – das Board wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die technische Bewertung und alles, was ich sage, ist meine eigene Einschätzung.
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― Joachim