Vor ein paar Tagen trudelte eine Pressemeldung in meinem Feed ein. Ich überfliege täglich eine Menge davon – die meisten scrolle ich einfach weiter. Diese nicht.
DJI. Saugroboter. 7000 fremde Wohnzimmer. Generalschlüssel.
Ich habe den Artikel zweimal gelesen. Und dann wusste ich sofort: Das ist ein Follow-up-Video fällig.
Das Muster, das sich wiederholt
Wer meinen Saugroboter-Artikel kennt, wird jetzt vielleicht nicken. Damals war es Ecovacs. Gehackte Roboter, die in Echtzeit ferngesteuert wurden, Haustiere jagten und dabei Beleidigungen aus den Lautsprechern brüllten. Ich habe damals versucht zu erklären, warum das kein absurder Einzelfall ist, sondern ein strukturelles Problem dieser Gerätekategorie.
Und jetzt ist es wieder passiert. Neuer Hersteller. Gleiche Kategorie. Gleiche Schwachstelle im Prinzip.
Das beschäftigt mich – nicht weil ich Saugroboter verteufeln möchte, sondern weil ich glaube, dass die meisten Menschen, die sich so ein Gerät kaufen, schlicht nicht wissen, was da eigentlich mit ihren Daten passiert. Mit dem Grundriss ihrer Wohnung. Mit den Kamerabildern, falls das Modell eine hat. Mit der Frage, wer außer ihnen selbst theoretisch noch Zugriff auf all das haben könnte.
Was diesmal passiert ist
Es fing harmlos an. Ein französischer Entwickler, ein nagelneuer DJI Saugroboter, ein freier Abend. Die Idee: Den Roboter per PS5-Controller durch die Wohnung lenken. Mario Kart in echt, nur mit Wollmäusen.
Um den Controller anzubinden, brauchte er den Schlüssel aus der App – nichts Illegales, sein eigenes Gerät. Doch als er diesen Schlüssel beim DJI-Server verwendete, lud der Server nicht nur seine eigenen Daten herunter, sondern die von tausenden anderen. Über 7000 Roboter in 24 Ländern. Akkustände, Wohnungsgrundrisse, Live-Kamerabilder aus fremden Wohnzimmern. Der Schlüssel war kein normaler Schlüssel. Er war ein Generalschlüssel für das gesamte System.
DJI hat nach der Meldung die Lücke geschlossen. Das ist gut. Aber das ändert nichts am grundsätzlichen Bild.
Warum ich weiter darüber rede
Ich habe mir nach diesem Video natürlich die Frage gestellt, ob ich damit irgendwann zu nerven anfange. Schon wieder Saugroboter. Schon wieder Datenschutz. Schon wieder dasselbe Thema.
Aber dann schaue ich auf die Kommentare unter dem alten Video. Und ich sehe, wie viele Menschen schreiben, dass sie bis dahin einfach nicht gewusst haben, wie die Technik dahinter funktioniert. Nicht weil sie es nicht interessiert hätte. Sondern weil es kaum jemand erklärt, ohne sofort in Panik oder Buzzwords zu verfallen.
Genau das will ich anders machen. Kein Moralisieren, keine Panikmache. Sondern: Hier sind die Fakten. Hier ist, was das bedeutet. Und hier sind drei konkrete Dinge, die du tun kannst – wenn du möchtest. Die Entscheidung, was du mit einem Saugroboter mit Kamera in deiner Wohnung machst, liegt bei dir. Ich möchte nur, dass sie informiert ist.
Wenn du schon eine Meinung zu dem Thema hast – oder selbst einen Saugroboter zu Hause stehen hast und dir gerade ein leises Unbehagen beschleicht –, schreib es in die Kommentare. Ich freue mich ehrlich über jede Perspektive. Und ja, jeder Kommentar hilft dabei, dass das Video noch mehr Menschen findet, die sich genau diese Fragen gerade zum ersten Mal stellen.
Quellen zum Fall: