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Home Assistant A-Z: O wie Offline – Läuft Dein Smart Home auch ohne Internet?

Ich schalte nachts meine Fritzbox aus – und mein Smart Home läuft trotzdem! Warum Offline-Funktionalität wichtig ist und wie du deine Automationen robuster machst.

Ein Outing zum Jahresbeginn 2026

Zeit für ein Outing: Ich schalte nachts meine Fritzbox aus – völlig freiwillig! Und ja, mein Smart Home läuft trotzdem weiter. Das war nicht immer so und hat etwas Arbeit gekostet. Aber warum ist es überhaupt spannend zu schauen, ob dein Smart Home offline noch problemlos funktioniert?

Die Antwort ist einfacher als du denkst. Schaue dir das Video an und erfahre, warum du deine Automationen überprüfen solltest – auch wenn du deine Fritzbox niemals ausschalten würdest!

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Warum Offline-Funktionalität wichtig ist

Du musst natürlich nicht so radikal sein wie ich und dein Internet bewusst abschalten. Trotzdem lohnt es sich zu verstehen, wann dein Smart Home offline noch funktioniert und wo es potenziell hakt.

Internetausfälle sind keine Seltenheit

Nicht immer bist du gewollt offline. Oft ist es so:

  • Das Internet fällt aus (Providerstörung, defekter Router)
  • Bestimmte Server sind nicht erreichbar (Cloud-Dienste down)
  • WLAN-Probleme in einzelnen Räumen

In allen diesen Fällen sollte dein Smart Home bei Grundfunktionen zuverlässig weiterlaufen!

Das Beispiel mit dem smarten Bett

Ein besonders witziges (oder erschreckendes?) Beispiel: Ein smartes Bett für 3000 US-Dollar. Als die Amazon-Cloud-Server ausfielen, hatten die Nutzer ein massives Problem:

❌ Die Liegeposition konnte nicht mehr verstellt werden
❌ Die Temperaturregulierung funktionierte nicht mehr
❌ Nutzer mussten in unbequemen Positionen schlafen oder schwitzen

Und in der Praxis ist es egal, ob der Amazon-Server Probleme macht oder deine Internetverbindung. In beiden Fällen wäre der Effekt derselbe.

Praxisbeispiel aus meinem Smart Home

Lass mich dir das an einem konkreten Beispiel aus meinem Smart Home zeigen. Im Video kannst du die Automation live sehen und ich erkläre dir jeden Schritt im Detail!

Die Fenster-Erinnerungs-Automation

Die Automation erinnert mich, wenn ich ein Fenster öffne und es bei kalten Außentemperaturen offen stehen lasse. So soll verhindert werden, dass die Wohnung auskühlt.

So funktioniert sie:

  1. Trigger: Verschiedene Fenster werden geöffnet
  2. Bedingung: Außentemperatur unter 18 Grad
  3. Aktion: Nach bestimmter Zeit kommt eine Erinnerung, das Fenster zu schließen

Das Problem mit Cloud-Sensoren

Ursprünglich hatte ich mich auf meinen Wettersensor verlassen – also die Temperatur aus der Wettervorhersage-Integration. Wenn du dir im Video den Verlauf anschaust, siehst du das Problem sofort:

Nachts war der Sensor nicht verfügbar (logisch, ich schalte ja mein Internet aus).

Das bedeutet:

  • Die Automation kann die Bedingung nicht prüfen
  • Die Bedingung wird als “falsch” ausgewertet
  • Die Automation bricht ab und läuft nicht weiter
  • Ich bekomme keine Warnung, auch wenn es kalt ist!

Die Lösung: Lokale Sensoren verwenden

Die Lösung war einfach: Ich habe eine Wärmepumpe im Keller mit einem Außentemperatursensor, der über MQTT in Home Assistant eingebunden ist.

Vorteile: ✅ Der Sensor ist immer verfügbar (lokal via MQTT)
✅ Keine Abhängigkeit von Internet oder Cloud
✅ Automation läuft auch nachts zuverlässig

Im Video zeige ich dir genau, wie ich die Bedingungen angepasst habe!

Robuste Automationen mit Fallback-Werten

Aber es reicht nicht, einfach nur den Sensor zu tauschen. Du musst auch kontrolliert mit Fehlern umgehen.

Float-Konvertierung mit Default-Wert

Ich prüfe in der Automation:

1
{{ states('sensor.waermepumpe_aussentemperatur') | float(default='none') }}

Was passiert hier?

  • Der Sensorwert wird in eine Gleitkommazahl (Float) umgewandelt
  • Wenn das nicht klappt (z.B. Sensor nicht verfügbar), wird none zurückgegeben
  • Damit kann ich kontrolliert reagieren statt dass die Automation abbricht

Sicherheit durch Fallback-Logik

Meine finale Bedingung:

1
Ist Temperatur = none ODER unter 18 Grad?

In beiden Fällen soll die Automation weiterlaufen!

Warum? Lieber einmal zu viel gewarnt als einmal zu wenig. Wenn ich den Wert nicht auslesen kann, gehe ich vom worst case aus: Es könnte kalt sein, also warnen!

Im Video siehst du die komplette Logik Schritt für Schritt!

Zweites Beispiel: Variable Wartezeit

In derselben Automation nutze ich eine variable Wartezeit abhängig von der Außentemperatur:

  • 10 Grad draußen → Fenster maximal 10 Minuten offen, dann Warnung
  • 5 Grad draußen → Fenster maximal 5 Minuten offen, dann Warnung
  • Unter 5 Grad → Mindestens 5 Minuten Wartezeit

Auch hier hatte ich ursprünglich den Wettersensor – mit denselben Problemen!

Die robuste Lösung

1
{{ [states('sensor.waermepumpe_aussentemperatur') | float(default=0), 5] | max }}

Was macht das?

  • Temperatur wird ausgelesen und in Float konvertiert
  • Bei Fehler: Default-Wert 0
  • Nimm das Maximum zwischen Temperatur und 5
  • Ergebnis: Mindestens 5 Minuten, maximal 18 Minuten (wenn Bedingung greift)

So funktioniert die Automation auch bei Sensorausfall zuverlässig!

Willst du die genaue Umsetzung sehen? Schau dir das Video an – dort zeige ich dir die Automation live in Home Assistant!

Wie erkennst du offline-abhängige Integrationen?

Eine wichtige Frage: Wie weißt du überhaupt, welche Integrationen Internet brauchen?

Im Video zeige ich dir:

Wetterintegration (braucht Internet):

  • Home Assistant schreibt explizit “Cloud Polling” oder ähnliches
  • Ohne Internet nicht verfügbar

MQTT-Integration (braucht kein Internet):

  • Greift auf lokalen MQTT-Broker zu
  • Funktioniert komplett offline

Tipp: Schaue dir deine Integrationen in den Einstellungen an. Home Assistant kennzeichnet meist Cloud-basierte Integrationen entsprechend!

Warum ich nachts die Fritzbox ausschalte

Falls du dich fragst, warum ich das überhaupt mache:

Meine Gründe:

  1. Standby-Strom sparen: 10-15 Euro im Jahr
  2. Nachhaltigkeit: Ich brauche nachts kein Internet
  3. Smart Home Robustheit testen: Erzwingt saubere Lösungen
  4. Smartphone fällt auf LTE zurück: Erreichbar bleibe ich trotzdem

Es hat etwas Gehirnschmalz gebraucht, bis im Smart Home alles lief. Aber jetzt bin ich zufrieden!

Wichtig: Du musst das natürlich nicht nachmachen. Das ist meine persönliche Entscheidung. Die Lehren daraus gelten aber für jeden!

Meine drei wichtigsten Tipps für dich

YouTube Video
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Du musst nicht deine Fritzbox ausschalten. Aber diese drei Dinge solltest du beachten:

1. Grundfunktionen offline-fähig machen

Stelle sicher, dass diese Funktionen auch ohne Internet laufen:

✅ Licht
✅ Rollladen
✅ Heizung
✅ Sicherheitsfunktionen

Diese Grundfunktionen sind essenziell für dein Zuhause. Sie dürfen nicht von Internetverbindungen abhängen!

2. Komfortfunktionen dürfen abhängig sein

Komfortfunktionen, die du nicht zwingend brauchst, dürfen von Internet-Diensten abhängen:

  • Wettervorhersage im Dashboard
  • Sprachassistenten
  • Cloud-Benachrichtigungen
  • Externe Datenquellen

Das ist kein Problem, solange die Grundfunktionen laufen!

3. Automationen auf Robustheit prüfen

Gehe deine Automationen durch:

  • Welche Sensoren werden verwendet?
  • Was passiert, wenn ein Sensor nicht verfügbar ist?
  • Gibt es sinnvolle Fallback-Werte?
  • Bricht die Automation bei Fehlern ab oder läuft sie kontrolliert weiter?

Das ist eine Verbesserung, die du nicht jeden Tag merkst. Aber wenn es mal so weit ist, bist du dankbar, wenn dein Smart Home trotzdem noch zuverlässig läuft!

Fazit: Robustheit ist kein Hexenwerk

Du siehst: Robuste Automationen sind kein Hexenwerk. Es braucht nur:

  1. Bewusstsein dafür, welche Sensoren offline verfügbar sind
  2. Kontrollierte Fehlerbehandlung mit Default-Werten
  3. Sinnvolle Fallback-Logik statt Automation-Abbrüchen

Schau dir das Video an, dort siehst du alles live und Schritt für Schritt erklärt. Wenn du danach deine Automationen durchgegangen bist, bin ich gespannt auf deine Erkenntnisse!

Schreib sie mir gern in die Kommentare unter dem Video oder diesem Artikel. Und wenn du weitere Tipps rund um Home Assistant sehen möchtest, ist jetzt der richtige Zeitpunkt auf Abo zu klicken – du kannst mich damit ganz einfach unterstützen!

Wir sehen uns beim nächsten Video. Bis dahin, pass auf dich und dein Smart Home auf!

Dein Joachim

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Joachim
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