Stell dir vor: Du stehst morgens auf, willst die Jalousie hochfahren – und nichts passiert. Per App versuchen? Nichts. Direkt am Schalter? Tot. Und jetzt kommt’s: Der Fehler steckt tief in einer Unterputzdose hinter der Wand.
Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Mein Smarthome ist gerade zum Alptraum geworden. Und ich bin nicht allein mit solchen Erfahrungen.
Heute zeige ich dir drei Geräte, die mir sehr klar gezeigt haben, wo Smarthome wirklich nerven kann. Nicht irgendwelche theoretischen Probleme – sondern reale Fails, die mich Zeit, Geld und Nerven gekostet haben. Es geht um 14 Aktoren, die alle ausgefallen sind. Um einen Saugroboter, der über Nacht nutzlos wurde. Und um Fehlalarme, die mich mitten in der Nacht geweckt haben.
Schau dir das Video an – dort demonstriere ich live die Probleme und zeige dir, was du daraus lernen kannst.
Fail #1: Shelly 2.5 – Als 14 Aktoren gleichzeitig den Geist aufgaben
Der schleichende Tod in der Wand
Hier siehst du einen Shelly 2.5 – ein Aktor für Rollläden und Jalousien. Davon habe ich 14 Stück verbaut. Vierzehn! Fast alle in Unterputzdosen, fest verdrahtet hinter Tapete und Putz. Meine Erwartung war ziemlich klar: Einmal einbauen, zumachen, vergessen. Set and forget.
Softwareseitig war ich auch lange zufrieden: lokal steuerbar, gut in Home Assistant integrierbar, kein Cloud-Zwang. Genau das, was man sich wünscht.
Und dann begann das Drama.
Der gleiche Defekt – 14 Mal
Bei allen – ja wirklich allen – dieser Shelly 2.5 Aktoren ist nach einiger Zeit und Stück für Stück ein Bauteil kaputt gegangen. Alle vierzehn Stück, immer der gleiche Defekt. Morgens die Jalousie hochfahren? Nichts. Per App? Nichts. Selbst direkt am Schalter? Tot.
Und jetzt kommt der eigentliche Alptraum: Diese Dinger sitzen natürlich in den Unterputzdosen. Das bedeutet: Wand aufmachen, Aktor rausholen, Kondensator auslöten, neuen einlöten, wieder einbauen, Wand zumachen. Pro Aktor. Vierzehn Mal.
Das war für mich ein echtes Wartungsdesaster. Und ich bin kein Einzelfall. Online finden sich massenhaft Berichte zu dieser Shelly-Generation.
Im Video zeige ich dir genau, was schiefgelaufen ist und wie ich die Reparatur durchgeführt habe. Den ausführlichen Reparatur-Guide findest du in diesem separaten Artikel.
Kleiner Trost: Reparatur ist möglich
Mit einem Lötkolben kann man das defekte Teil für ein paar Cent Materialkosten austauschen. Aber mal ehrlich: Willst du wirklich 14 Unterputzdosen wieder aufmachen und Kondensatoren tauschen?
Ganz wichtig: Dieses Problem betrifft speziell die Shelly 2.5. Die Nachfolger Shelly Plus 2PM und die Generationen 3 und 4 nutze ich selbst intensiv und habe bislang keine Ausfälle. Es geht mir also nicht darum, hier pauschal den Hersteller zu bashen.
Die wichtigste Lehre
Warte die Langzeit-Serienerfahrungen von neuen Produkten ab. Erste Generation? Lass andere testen. Zweite Generation mit guten Reviews über ein Jahr? Dann kannst du zugreifen.
Fail #2: Shark Saugroboter – Wenn die Cloud deine Integration killt
Vom Smart Home Star zum nutzlosen Gerät
Das zweite Gerät hat mich auf eine ganz andere Art geärgert. Es geht um meinen Shark Saugroboter. Und vorweg: Die Hardware ist völlig okay. Er saugt gut, navigiert ordentlich, macht seinen Job.
Monatelang habe ich ihn fest in mein Smarthome integriert. Automationen gebaut nach dem Motto: “Wenn niemand zuhause ist, starte die Reinigung.” Die Integration in Home Assistant lief perfekt. Das war kein Spielzeug – das war ein fester, zuverlässiger Teil meines Alltags.
Schau dir im Video an, wie gut das System funktionierte – bevor alles zusammenbrach.
Ein App-Update. Eine tote Integration.
Und dann, eines Morgens: Automation startet – aber nichts passiert. Home Assistant zeigt: Verbindung verloren. Okay, vielleicht ein Bug? App öffnen – funktioniert. Roboter startet per App. Aber die Home Assistant Integration? Tot. Auch Wochen später. Dauerhaft.
Was war passiert? Die Shark-App hatte sich automatisch aktualisiert – wie Apps das eben tun. Ganz normal im Hintergrund. Ohne dass ich aktiv etwas entschieden oder bewusst angestoßen hätte.
Mit diesem Update hatte sich aber etwas an der Cloud-Schnittstelle geändert. Das Ergebnis: Die Integration in Home Assistant war kaputt. Kein Workaround, kein Fallback, keine lokale API.
Der Moment der Erkenntnis
Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Ich habe hier kein Gerät gekauft, das ich unter Kontrolle habe. Ich habe ein Gerät gekauft, dessen Fähigkeiten sich jederzeit per Server-Update ändern können. Ohne meine Zustimmung. Ohne Vorwarnung. Und ich kann nichts dagegen tun.
Im Video erkläre ich ausführlich, warum das ein grundsätzliches Problem vieler Cloud-abhängiger Geräte ist.
Stell dir vor, du kaufst ein Auto – und nach einem Jahr sagt der Hersteller: “Sorry, das Radio funktioniert jetzt nur noch mit unserer App.” Genau das ist hier passiert. Nur dass das Radio in meinem Fall die gesamte Smarthome-Integration war.
Die Lehre: Exit-Strategie ist Pflicht
Cloud ist bequem – aber du musst immer eine Exit-Strategie haben.
- Gibt es eine lokale API?
- Kann ich alternative Firmware flashen?
- Funktioniert das Gerät auch ohne Internet?
Ein ähnlichen Fall präsentiert uns grade die Firma Bose. Wenn dich das interessiert, findest du hier den Artikel über Bose SoundTouch.
Fail #3: Sonoff Zigbee Bewegungsmelder – Die nächtlichen Fehlalarme
Günstig gekauft, teuer bezahlt
Das dritte Gerät wirkt auf den ersten Blick harmlos: ein Sonoff Zigbee Bewegungsmelder. Günstig, 10 Stück bekommen, schnell eingebunden, klassischer Use Case für Licht-Automationen.
Und anfangs dachte ich noch: okay, vielleicht etwas empfindlich. Kalibrierung anpassen, Reichweite reduzieren, alles versucht.
Aber dann die Realität:
Der nächtliche Horror
Mitten in der Nacht – Licht geht an. Ich wache auf, schlafe wieder ein. Halbe Stunde später: Wieder. Drei, vier Mal pro Nacht. Nach zwei Wochen bin ich fast wahnsinnig geworden.
Ich dachte erst: Bug in meiner Automation. Also alle Logs durchgeschaut. Aber nein: Der Sensor meldet tatsächlich Bewegung. Wo keine ist.
Tagsüber das Gleiche. Licht geht an, obwohl niemand im Raum ist. Schatten von draußen? Reflexion? Insekt am Sensor? Keine Ahnung. Aber es ist egal – denn das Ergebnis ist dasselbe: Das System ist nicht zuverlässig.
Im Video demonstriere ich, wie sich solche Fehlauslösungen anfühlen und welche Auswirkungen sie auf dein Vertrauen ins System haben.
Unzuverlässigkeit ist der Tod jeder Automation
Das ist aus meiner Sicht der Tod jeder Automation. Denn irgendwann stellst du Automationen ab. Du deaktivierst Sensoren. Du verlierst das Vertrauen ins System.
Ich habe diese Sensoren konsequent durch Aqara-Bewegungsmelder ersetzt. Optisch unauffälliger, deutlich zuverlässiger – und plötzlich funktioniert das System. Keine Fehlauslösungen mehr. Kein nächtliches Aufwachen. Einfach: es funktioniert.
Kein Markenproblem, sondern Produktproblem
Ganz wichtig: Das ist kein generelles Sonoff-Problem. Ich setze selbst viele andere Sonoff-Geräte ein – zum Beispiel Sonoff Basic oder die S20 Steckdosenschalter – allerdings mit Tasmota geflasht. Lokal, ohne Cloud, seit Jahren absolut stabil. Also bis auf einmal, auch da war ein Kondensator defekt - aber das blieb ein Einzelfall.
Der Bewegungsmelder ist deshalb kein Markenproblem, sondern ein konkretes Produktproblem.
Die Lehre: Erst testen, dann ausrollen
Teste Sensoren erst im Alltag, bevor du zehn Stück kaufst. Ein Sensor für 10 Euro ist günstig – aber zehn fehlerhafte Sensoren sind 100 Euro Elektroschrott.
Unzuverlässige Sensoren kannst du nicht “optimieren”. Kein Tuning, keine Konfiguration macht einen schlechten Sensor gut. Konsequent aussortieren ist die einzige Lösung.
Drei goldene Regeln für deine Smarthome-Käufe
Aus diesen drei Fails habe ich drei Regeln entwickelt, die ich dir im Video ausführlich erkläre:
Regel 1: Exit-Strategie haben
Frag dich:
- Gibt es eine lokale API?
- Kann ich alternative Firmware flashen?
- Funktioniert das Gerät auch ohne Internet?
Wenn alle Antworten “nein” sind – überleg dir den Kauf dreimal.
Regel 2: Serienerfahrungen abwarten
Warte Langzeit-Reviews ab. Lies Erfahrungsberichte. Verbaue kritische Aktoren nur dort, wo du sie notfalls wieder erreichst. Unterputzdosen also nur mit absolut bewährter Hardware.
Regel 3: Sensoren ausgiebig testen
Ein Sensor im Alltag für zwei Wochen testen kostet dich vielleicht 10 Euro. Erst testen, dann kaufen. Nicht umgekehrt.
Das Gegenteil: Die besten Geräte
Wenn du willst, mache ich im nächsten Video genau das Gegenteil: Drei Geräte, die seit Jahren absolut zuverlässig laufen. Die ich sofort wieder kaufen würde. Die mich null Wartung kosten.
Schau dir das Video an und schreib “JA” in die Kommentare, wenn dich das interessiert!
Oder hast du ein Smarthome-Gerät gekauft, dass du einfach an die Wand schmeißen könntest? Was war dein größter Fail? Ich bin gespannt auf deine Geschichten in den Kommentaren!
Danke fürs Zuschauen – pass auf dich und dein Smarthome auf. Dein Joachim.