Shelly Gen1 bis Gen4: Was sich wirklich geändert hat – und warum meine 2.5 jetzt rausfliegen

Shelly Gen1 bis Gen4: Was sich wirklich geändert hat – und warum meine 2.5 jetzt rausfliegen

Mein 30-Cent-Fix für den Shelly 2.5 war nur eine Überbrückung. Was sich über vier Shelly-Generationen wirklich getan hat – und worauf du beim Umstieg auf den 2PM Gen4 achten musst.

Werbung: Die Shelly 2PM Gen4 wurden mir von Shelly kostenlos zur Verfügung gestellt. Kein Honorar, keine inhaltlichen Vorgaben, keine Freigabe vor Veröffentlichung – meine Einschätzung bleibt meine eigene. Die mit (bezahlter Link) markierten Links sind Affiliate-Links.

Über 50.000 Mal wurde das Video angesehen, in dem ich einen defekten Shelly 2.5 für 30 Cent repariere: Defekte Shellys reparieren – der 30-Cent-Fix. Ich habe diese Reparatur bei mir zu Hause locker mehr als zehnmal gemacht. Und jetzt fliegen die letzten 2.5 trotzdem raus – ersetzt durch den Shelly 2PM Gen4.

In diesem Artikel: warum sich Reparieren bei mir nicht mehr lohnt, was sich über vier Shelly-Generationen wirklich getan hat – vom Chip bis zur Schraube – und wie der Umbau gelaufen ist, inklusive einer Panne, die dir auch passieren kann.

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Warum sich Reparieren bei mir nicht mehr lohnt

Was ich im Reparatur-Video damals noch nicht wissen konnte: Jeder 2.5, den ich repariert habe, ist nach einiger Zeit wieder ausgefallen. Genau dokumentiert habe ich es nicht, grob waren es zwei bis drei Jahre. Und das, obwohl ich einen hochwertigen Kondensator von Panasonic eingebaut hatte. In der Community wird inzwischen empfohlen, gleich alle drei Kondensatoren im Gerät zu tauschen. Ob das reicht, kann ich nicht sagen.

Dazu kommt der Aufwand. Ein Durchgang heißt: Sicherung raus, Taster ab, Modul raus, Gehäuse öffnen, löten, zusammenbauen, wieder einbauen und einrichten. Mit Ein- und Ausbau sind das bei mir rund 45 Minuten pro Gerät.

Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer: Der 2.5 ist technisch überholt – er ist inzwischen über sieben Jahre alt. Mein Rat deshalb: Fällt dein 2.5 heute aus, ist das der Moment, über den Umstieg nachzudenken. Nach zwei Jahren war die Reparatur damals sicher die richtige Entscheidung. Beim zweiten oder dritten Ausfall am selben Gerät sieht die Rechnung anders aus.

Wenn Reparieren für dich trotzdem eine Option bleibt: Alle Erkenntnisse seit dem Video stehen im Update zum Reparatur-Artikel.

Ein alter Shelly 2.5 und ein neuer Shelly 2PM Gen4 nebeneinander in der Hand Alt und neu: links der Shelly 2.5, rechts der 2PM Gen4.

Vier Generationen im Überblick

Drei Shelly-Rollladenmodule nebeneinander: Shelly 2.5, Shelly Plus 2PM und Shelly 2PM Gen4 Von links: Shelly 2.5 (Gen1), Plus 2PM (Gen2) und 2PM Gen4. Die dritte Generation habe ich übersprungen.

2.5 (Gen1)Plus 2PM (Gen2)2PM Gen32PM Gen4
ChipESP8266ESP32ESP-Shelly-C38FESP-Shelly-C68F
Flash-Speicher2 MB4 MB8 MB8 MB
WLAN2,4 GHz2,4 GHz2,4 GHzWi-Fi 6, 2,4 GHz
Bluetooth–4.24.25.0
Matter––bei einigen Modellenab Werk
Zigbee–––ab Werk (umschaltbar)
Adern bis1,5 mm²1,5 mm²4 mm²4 mm²
Anschlussplan aufgedrucktneinjajaja
Maße (H × B × T)36 × 39 × 17 mm37 × 42 × 16 mm37 × 42 × 16 mm37 × 42 × 16 mm

Quellen: Datenblätter in der Shelly Knowledge Base, eigene Geräte.

Gen1: die geniale Idee

Die erste Generation kam 2018 mit dem Shelly 1 und kurz danach dem 2.5. Die Idee war genial: ein kleines Relais hinter dem Schalter, direkt im WLAN, mit eigener Weboberfläche – ganz ohne Hub oder Bridge. Unter der Haube ein ESP8266 mit gerade einmal 2 MB Speicher, außen Schlitzschrauben und Klemmen für Adern bis 1,5 mm². Ein solider Start, aber mit viel Luft nach oben.

Gen2 (Plus): Bluetooth, Skripte, Lamellen

Mit den Plus-Geräten – bei mir der Plus 2PM – kam ein ESP32 und damit Bluetooth. Die Einrichtung per App wird einfacher, und der Shelly kann Bluetooth-Sensoren empfangen und weiterreichen, zum Beispiel an Home Assistant. Dazu laufen Skripte direkt auf dem Gerät, und Cloud-Anbindung und lokales MQTT gehen plötzlich gleichzeitig.

Für mich besonders wichtig: die prozentgenaue Lamellensteuerung für Raffstores. Wie du sie einrichtest und für Automationen nutzt, steht in Raffstore-Lamellen mit Shelly und Home Assistant aufs Prozent genau kippen.

Weboberfläche eines Shelly Plus 2PM mit geöffnetem Skript im Code-Editor Skripte direkt auf dem Shelly – hier das Bluetooth-Skript, das Home Assistant selbst aufspielt.

Außen ist das Gehäuse einen Millimeter flacher (dafür etwas breiter und höher), und endlich ist ein kleiner Anschlussplan aufgedruckt. Genau richtig, wenn du vor der Wand kniest und die Anleitung natürlich in der Küche liegt.

Gen3: übersprungen

Die dritte Generation habe ich ausgelassen. Gleiches Gehäuse, ein neuer Chip mit doppelt so viel Speicher, eine KNX-Anbindung über ein Gateway und bei einigen Modellen bereits Matter. Vor allem aber nehmen die Klemmen jetzt Adern bis 4 mm² auf – dicke Adern und Aderendhülsen gehen also endlich ohne Fummelei.

Gen4: Matter und Zigbee ab Werk

Beim 2PM Gen4 bleibt das Gehäuse gleich, innen tut sich einiges: Wi-Fi 6, weiterhin auf 2,4 GHz (du brauchst also kein neues WLAN), Bluetooth 5.0, laut Datenblatt doppelt so viel Arbeitsspeicher wie die Gen3 und Matter und Zigbee ab Werk. Ausgeliefert wird der Gen4 im Matter-Modus; per fünfmaligem Tastendruck wechselt er ins Zigbee-Profil.

Und außen gibt es endlich Kombischrauben für Schlitz und Kreuzschlitz. Nicht lachen – aber ich feiere das: festziehen mit dem Kreuzschraubendreher, ohne ständig aus dem Schlitz abzurutschen.

Kreuzschraubendreher in der Kombischraube eines Shelly 2PM Gen4 Kombischraube am Gen4: passt für Schlitz- und Kreuzschraubendreher.

Die Klemmen: jede Generation anders

Mein persönliches Highlight: Mit jeder Generation ist die Reihenfolge der Klemmen wieder eine andere.

Schaubild der Klemmenreihenfolge: Shelly 2.5 SW2 O2 L L O1 SW1 N, Plus 2PM N O1 L L O2 S1 S2, 2PM Gen4 O1 L L O2 S1 S2 N

  • Der Neutralleiter sitzt beim 2.5 ganz rechts, beim Plus 2PM ganz links und beim Gen4 wieder ganz rechts.
  • Die Tastereingänge waren beim 2.5 auf beide Seiten verteilt (SW2 links, SW1 rechts). Seit der zweiten Generation sitzen sie nebeneinander und heißen S1 und S2.
  • Die beiden L-Klemmen liegen bei allen drei Geräten nebeneinander.

Also bitte: nach Aufdruck anklemmen, nicht nach Gewohnheit – erst recht, wenn du einen 2.5 eins zu eins ersetzt.

Der Umbau

⚠️ 230 V: Sicherung raus, Spannungsfreiheit prüfen – und wenn du dir unsicher bist, hol dir den Rat einer Elektrofachkraft. Die typischen Stolperfallen habe ich in Shelly-Installation: 5 Fehler, die fast jeder macht gesammelt.

Die Panne: abgebrochene Ader

Beim allerersten Tausch ist mir direkt etwas passiert, das dir auch passieren kann: Die Ader war vom vielen Ein- und Ausbauen schon ziemlich mitgenommen und ist abgebrochen. Das kleine Stück blanker Draht steckte natürlich vorne in der Klemme fest. Rausbekommen habe ich es am Ende nur mit viel Fummelei und einer sehr spitzen Pinzette.

Ein abgebrochenes Stück Ader steckt vorne in der Klemme des alten Shelly Das abgebrochene Adernstück steckt vorne in der Klemme.

Mein Tipp: Wenn so eine Dose schon ein paar Mal offen war, schau dir die Adern genau an und kürze sie lieber einmal sauber, bevor dir das auch passiert.

Kalibrieren und Richtung drehen

Danach die Shelly-übliche Kalibrierfahrt. Und zack: Der Rollladen fuhr bei „Hoch“ runter. Richtung beim Anschließen vertauscht – umklemmen musst du deshalb aber nicht. In der Weboberfläche gibt es dafür unter den Cover-Einstellungen den Haken „Reverse directions“.

Shelly-Weboberfläche mit aktivierter Option Reverse direction Fahrtrichtung per Software tauschen statt umklemmen.

Der Matter-QR-Code gleich zweimal

Ein Detail, das ich richtig gut finde: Den Matter-QR-Code gibt es beim Gen4 zweimal. Einmal fest aufs Gerät geklebt – der ist nach dem Einbau natürlich nicht mehr zugänglich. Und einmal als losen Aufkleber. Den habe ich mir auf die Innenseite des Schalterdeckels geklebt. Muss ich das Gerät mal neu koppeln, komme ich so an den Code, ohne die Dose aufzumachen.

Matter-QR-Code-Aufkleber seitlich auf dem Shelly 2PM Gen4 Loser Matter-Aufkleber auf der Innenseite eines Schalterdeckels, beschriftet mit „unten“ Fest am Gerät und lose im Schalterdeckel. QR-Code und Kopplungsnummer habe ich unkenntlich gemacht.

Solange der Shelly im Netz ist, gibt es den QR-Code außerdem virtuell in der Weboberfläche.

Einrichtung: Matter statt offenem Hotspot

Der größte Unterschied bei der Einrichtung ist nicht die Hardware, sondern Matter. Die alten Geräte richtest du über einen offenen, unverschlüsselten WLAN-Hotspot ein – und ohne Shelly-App ist das immer etwas fummelig. Den Gen4 habe ich direkt aus der Home-Assistant-App auf dem iPhone gekoppelt: QR-Code scannen, fertig, das Gerät ist im WLAN. Die Zugangsdaten überträgt Matter verschlüsselt. Sicherer und bequemer geht es kaum.

Nur: In Home Assistant kam danach erst einmal kein Rollladen an. Warum und wie ich das selbst in Home Assistant repariert habe, steht in Shelly per Matter war kaputt – ich hab’s in Home Assistant repariert. Kurz gesagt: Home Assistant ab Version 2026.9.3 verwenden und den Shelly kalibrieren.

Stolperfalle Versionsnummern: Home Assistant zeigt über Matter eine Firmware-Version 1.3.0 an. Mit der Versionsnummer der Shelly-Firmware in der Weboberfläche hat das nichts zu tun – dort stand bei mir 1.7, nach dem Update 2.0. Zwei verschiedene Nummern, also nicht wundern.

Drei Tipps für den Tausch

Bluetooth passiv: Wenn du wie ich Bluetooth-Sensoren über die Shellys empfängst, aktiviere am Gen4 in Home Assistant wieder den passiven Bluetooth-Modus (Shelly-Integration → Konfigurieren → Bluetooth-Scannermodus „Passiv“). Dann läuft alles wie gewohnt weiter.

Home-Assistant-Dialog der Shelly-Integration mit ausgewähltem Bluetooth-Scannermodus Passiv

Raffstores: Die Lamellen kannst du prozentgenau kippen – das kann übrigens auch schon die zweite Generation, mein alter 2.5 konnte es noch nicht. Details im Raffstore-Artikel.

Gleiche Entitäts-ID: Gib dem neuen Gerät in Home Assistant dieselbe Entitäts-ID wie dem alten. Dann laufen deine Automationen und Dashboards ohne eine einzige Anpassung weiter – bei mir unter anderem die Beschattung aus Home Assistant A-Z: J wie Jalousien.

Home-Assistant-Einstellungen einer Rollladen-Entität mit geänderter Entitäts-ID cover.rollo_schlafzimmer_sued

Die Grundlagen zur Rollladensteuerung mit Shelly – Taster, Klemmen, Geräteprofil – findest du in Jalousien mit Shelly smart machen.

Fazit

Der 30-Cent-Fix war keine falsche Empfehlung. Er bringt einen toten Shelly für wenig Geld wieder zum Laufen – und wer will ein Gerät schon nach zwei oder drei Jahren wegwerfen? Die Plus-Geräte waren für mich damals auch nicht so attraktiv, dass ich direkt umsteigen wollte.

Nach zwei und mehr Reparaturzyklen ist es aber eine andere Geschichte. Der Gen4 bringt wirklich viele Neuerungen, ist einfacher anzuklemmen und sicherer einzurichten. Für mich ist das jetzt eine runde Sache.

Welche Shelly-Generation läuft bei dir zu Hause? Bist du zufrieden, oder vermisst du eine der neuen Funktionen? Schreib es mir in die Kommentare. Der Gen4 kann noch deutlich mehr, als in einen Artikel passt – Matter, Zigbee oder doch die Shelly-Integration schaue ich mir noch genauer an.

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