5 Smart-Home-Automationen: Strom sparen mit Home Assistant

5 Smart-Home-Automationen: Strom sparen mit Home Assistant

76 Watt Standby für nichts: fünf Automationen aus meinem Zuhause, die Strom sparen – plus der Spartipp, der bei meiner Wärmepumpe nach hinten losging.

76 Watt nur fürs Warten: So viel zogen bei mir Router, Lautsprecher, AV-Receiver und Drucker zusammen, wenn niemand sie brauchte. Würden diese Geräte rund um die Uhr laufen, wären das bei meinem Strompreis fast 180 Euro im Jahr. Genau an solchen Stellen helfen mir Automationen: nicht mit einem spektakulären Einzeltrick, sondern indem sie jeden Tag kleine unnötige Verbräuche vermeiden.

Ich zeige dir fünf Lösungen aus meinem echten Zuhause. Vier davon senken bei mir zuverlässig die Energiekosten. Die fünfte klang zunächst vernünftig, hat bei meiner Wärmepumpe aber keinen Vorteil gebracht – deshalb habe ich sie wieder abgeschaltet.

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1. Standby-Fresser automatisch abschalten

Mein Haus benötigt im Ruhezustand etwa 55 Watt Grundlast. Darin stecken Geräte, die für das Smart Home erreichbar bleiben müssen: Shellys, Sensoren und mein Heimserver. Diesen Verbrauch akzeptiere ich bewusst.

Zusätzlich liefen früher jedoch mehrere Geräte, obwohl sie gerade niemand nutzte:

GerätLeistungKosten bei Dauerbetrieb pro Jahr
Fritzbox16 Wknapp 40 €
Fünf Sonos-Lautsprecher35 Wgut 80 €
AV-Receiver15 Wetwa 35 €
Drucker10 Wetwa 24 €

Zusammen ergeben die Beispiele 76 Watt. Meine tatsächliche Ersparnis ist kleiner als die theoretischen 180 Euro, weil ich die Geräte natürlich nicht permanent abschalte. Aber Home Assistant sorgt dafür, dass sie genau dann aus sind, wenn ich sie nicht brauche.

Beim Verlassen der Wohnung drücke ich lange auf den Lichtschalter im Flur. Dieses bewusste „Ich gehe jetzt“-Signal schaltet Sonos, Receiver und Drucker aus. Das ist absichtlich manuell: Für diesen Anwendungsfall ist mir ein eindeutiger Tastendruck lieber als eine Anwesenheitserkennung, die sich gelegentlich irrt.

Die Fritzbox schalte ich nachts ebenfalls ab. Mein Smart Home läuft lokal weiter und benötigt dafür kein Internet. Warum lokale Funktionen so wichtig sind, zeige ich ausführlich in Home Assistant A-Z: O wie Offline.

Ein kleiner Nachteil bleibt: Die Sonos-Lautsprecher brauchen nach dem Einschalten ungefähr eine Minute, die Fritzbox etwa zwei Minuten, bis alles wieder erreichbar ist.

2. Große Verbraucher mit Solarstrom betreiben

Wenn eine PV-Anlage vorhanden ist, sollten flexible Großverbraucher möglichst dann laufen, wenn gerade genug eigener Strom erzeugt wird. Bei mir betrifft das vor allem Waschmaschine und Elektroauto.

Meine Waschmaschine ist über Home Connect in Home Assistant eingebunden. Ich belade sie morgens, wähle das Programm und aktiviere den Fernstart. Sobald etwa 2,5 Kilowatt PV-Überschuss vorhanden sind, startet Home Assistant die Maschine automatisch.

Beim Auto funktioniert das Prinzip ähnlich. Meine Heidelberg Energy Control ist über Home Assistant und evcc mit der PV-Anlage gekoppelt. Der Cupra Tavascan lädt bevorzugt bei Solarüberschuss, solange kein festgelegter Mindestladestand Vorrang hat. Von rund 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch des Autos kommen trotz meiner eher kleinen PV-Anlage ungefähr 1.500 Kilowattstunden vom eigenen Dach.

3. Ans richtige Lüften erinnern

Ein lange geöffnetes Fenster kostet im Winter Heizenergie. Bei einer Wärmepumpe wird daraus unmittelbar zusätzlicher Stromverbrauch. Deshalb überwache ich regelmäßig geöffnete Fenster mit sechs Homematic-Fensterkontakten. Die Außentemperatur liefert der Fühler meiner Wärmepumpe über Modbus.

Meine einfache, bewusst auf mein Haus abgestimmte Faustregel lautet:

  • Unter 5 °C: nach 5 Minuten erinnern
  • Zwischen 5 und 15 °C: Außentemperatur als Minutenwert verwenden
  • Über 15 °C: keine Erinnerung auslösen

Ist ein Fenster länger geöffnet, sendet die Home-Assistant-App eine Push-Nachricht. Das verhindert vergessenes Dauerlüften, ohne dass die Automation bei mildem Wetter unnötig nervt. Die Werte sind keine allgemeingültige Lüftungsformel, sondern ein Grenzwert, der sich für mein Gebäude bewährt hat.

Bonus: Auch den Strompreis automatisch optimieren

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Automationen reduzieren den Verbrauch oder verschieben ihn in Zeiten mit eigenem Solarstrom. Eine weitere Stellschraube ist der Preis pro Kilowattstunde. Bei meinem letzten Anbieterwechsel habe ich 5 Cent pro Kilowattstunde gespart und zusätzlich eine Wechselprämie von 250 Euro erhalten.

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4. Warum ich die Nachtabsenkung entfernt habe

Die Heizung nachts herunterzuregeln klingt nach einem sicheren Spartipp. Ob das funktioniert, hängt jedoch von Gebäude, Heizflächen, Wärmeerzeuger und Regelung ab.

In einem schlecht gedämmten Altbau mit klassischen Heizkörpern kann eine Nachtabsenkung durchaus Energie sparen. Bei meiner Kombination aus Wärmepumpe, Fußbodenheizung und trägem Estrich fällt die Raumtemperatur nachts hingegen kaum. Muss die Regelung morgens anschließend mit einer höheren Vorlauftemperatur aufholen, kann dieser ineffizientere Betrieb den kleinen Einspareffekt wieder aufzehren.

Bei meinem Setup brachte die Absenkung keinen messbaren Vorteil. Deshalb habe ich die Automation entfernt. Die sinnvollere Regel lautet: nicht pauschal übernehmen, sondern den tatsächlichen Verbrauch über vergleichbare Zeiträume prüfen.

5. Rollläden sparen im Sommer und Winter

Meine Rollläden fahren abhängig vom Sonnenstand automatisch herunter. Das spart auf zwei Wegen Energie:

  • Im Sommer bleibt die Sonnenwärme draußen. Eine vorhandene Klimaanlage muss weniger arbeiten.
  • Im Winter bilden geschlossene Rollläden nachts eine zusätzliche Schicht vor dem Fenster. Dadurch geht weniger Wärme verloren und die Wärmepumpe muss weniger nachheizen.

Wie die sonnenstandsabhängige Steuerung mit Home-Assistant-Blueprints funktioniert, erkläre ich in Home Assistant A-Z: J wie Jalousien.

Fazit

Keine dieser Automationen ist allein die große Revolution. Zusammen vermeiden sie aber jeden Tag unnötigen Standby-Verbrauch, nutzen mehr eigenen Solarstrom und reduzieren verlorene Heiz- oder Kühlenergie. Einmal eingerichtet, laufen sie größtenteils von selbst.

Die Nachtabsenkung ist dabei die wichtigste Gegenprobe: Eine Automation spart nicht automatisch Energie, nur weil sie als Spartipp gilt. Entscheidend ist, was sie im eigenen Haus tatsächlich bewirkt.

Welche Smart-Home-Automatisierung spart bei dir am meisten – und welchen vermeintlichen Spartipp hast du wieder abgeschaltet?

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